Wir sind weitergereist in den mexikanischen Bundesstaat Michoacan und die Höhen der Sierra Nevada. Hier auf über 3000 Metern über dem Meer überwintern Hundertausende wenn nicht Millionen von Monarchfaltern. Diese wandern aus südlichen Teilen Kanadas durch die USA bis ins nördliche Mexiko. Auch wir mussten erst etwas Distanz überwinden und vor allem viel bergauf strampeln oder schieben.

Oben angekommen erwartete uns zuerst einiges an Regen. Die Bergspitzen waren den grossen Teil des Tages verhangen und am Abend regneten die vielen Wolken ab. Wir konnten uns gerade noch in ein einfaches Restaurant retten um uns etwas zu trocknen und uns auch wieder aufzuwärmen. Die Tage waren zwar seit einiger Zeit hier in Mexiko wieder etwas kühler, aber hier oben erwartet uns dann doch recht überraschend eine ziemliche Kälte.
Nach zwei heissen Schokoladen und einigen Gesprächen mit den Wirten des Restaurants schienen sie doch einiges an Mitleid mit uns zu haben und boten uns an in der Nähe kostenlos in eine Unterkunft zu gehen. Wir fühlten uns jedoch wieder genug aufgewärmt, um trotz des etwas ungemütlichen Wetters einen Zeltplatz zu suchen.
Wir wurden nicht enttäuscht, ganz in der Nähe des Naturschutzgebietes fanden wir eine wunderhübsche Alp. Ein paar wenige Kühe waren noch am Grasen, ansonsten jedoch war es verlassen. Es schien doch einige Zeit vergangen zu sein seit wir zuletzt einen so ruhigen und gemütlichen Platz hatten. Oft hatten wir in den letzten Wochen in der Nähe der jeweiligen Haupstrasse gezeltet auf welcher wir unterwegs waren. Und so genossen wir umso mehr die Stille und Frische hier oben.

Die Naturschutzgebiete hatten gerade erst geöffnet und wir waren uns unsicher, ob wir wohl schon einige Schmetterlinge zu Gesicht bekommen würden. Die Spannung stieg dann auch auf unserer halbstündigen Wanderung durch den Wald begleitet von einer ansässigen älteren Frau. Sie schien gemeinsam mit vielen Anderen dafür zuständig zu sein, dass sich die Besucher nicht verlaufen und die besten Plätze finden. Bereits auf unserem Weg flatterten einige Schmetterlinge an uns vorbei, jedoch waren wir ziemlich überrascht als wir aus dem Wald hinaus an einen Hang traten und vor uns einige Bäume über und über bedeckt mit Schmetterlingen standen. Es war ein unbeschreibliches Schauspiel. Von Zeit zu Zeit flatterten Millionen von Schmetterlingen gleichzeitig los und füllten die Luft mit sich bewegenden, farbigen Flecken und sanften Flattergeräuschen. Gemeinsam mit einigen anderen Besuchern bestaunten wir dieses Wunder der Natur bevor wir viel zu bald wieder umdrehen mussten um den Nächsten den Platz zu überlassen.

Unser Weg führte uns weiter Richtung Osten. Wir wollten so Mexiko Stadt nördlich umfahren um nicht quer durch die Stadt radeln zu müssen. Zwar haben wir einige Male aufgeschnappt, dass auch Mexiko, wie die Stadt oft genannt wird, einen Besuch wert sein soll, mit dem Rad jedoch konnten wir uns nicht vorstellen freiwillig in eine so riesige Stadt hineinzufahren.
Unterwegs bemerkten wir plötzlich ein ziemlich aufdringliches Schleifgeräusch am Rad von Juli. Nach einigem Suchen fiel uns auf, dass ihr ein Auge zur Befestigung des Gepäckträgers abgebrochen war. Uns blieb nichts anderes übrig als uns eine Werkstatt zu suchen, welche uns das Auge wieder anschweissen konnte. Wir brauchten am Ende zwei Anläufe, bis das kleine Stück wieder gut hielt, hatten dabei aber zwei wunderbare Begegnungen und waren wieder einmal sehr überrascht über die Hilfsbereitschaft hier in Mexiko. Der erste Versuch kostete uns ein Trinkgeld von 3 Dollar wobei uns der zweite Mechaniker seine Arbeit gleich schenkte. Vielen Dank! Unsere Reise kann so wieder weiter gehen.

Einen kurzen Stop legten wir ganz in der Nähe der Stadtgrenze ein. Dort befinden sich die Ruinen der einst grössten Stadt des amerikanischen Kontinents Teotihuacan, welche ihre Blütezeit zwischen 100 bis 650 nach Christus hatte (laut Wikipedia). Bestaunt werden können noch immer die zwei grossen Pryramiden und einige Überreste von Wohnhäusern. Auch wir waren beeindruckt und versuchten uns vorzustellen, wie es wohl für Besucher in dieser Zeit gewesen sein musste an einen Ort wie diesen zu kommen.
Nun an der Stadt vorbeigeschlichen fuhren wir wieder Richtung Süden bis nach Puebla um wieder eine etwas ausgedehntere Pause einzulegen. Vielen Dank an Edgar, welcher uns ziemlich spontan bei sich aufgenommen hat.

Zum Schluss eine kleine Einführung in die Zusammenhänge zwischen den Monarchfalten und dem Tag der Toten.

 

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