Bienvenidos a México…

Mit dem Grenzübertritt nach Mexiko haben wir uns nach einer Pause wieder in unbekanntes Gefilde begeben. Ich war in den ersten Tagen noch etwas unenspannt, was wohl damit zusammenhing wieder eine neue Sprache um uns herum zu haben und nicht sicher zu sein, was uns erwartet. Mein Spanisch schien mir in den ersten Tagen doch recht eingerostet und Juli war gerade erst dabei die Sprache zu lernen.
Was ich jedoch bereits vorwegnehmen kann ist, dass wir wirklich herzlich in Mexiko aufgenommen wurden, dazu mehr in den folgenden Zeilen.

Bereits der Grenzübergang war doch ziemlich witzig, zwar standen einige bewaffnete Polizisten herum und fragten uns auch was wir so tun, kontrolliert haben sie uns jedoch nicht. Nach einem kurzen Moment des Nachdenkens sind wir nocheinmal zurück um uns zu erkundigen ob wir nicht doch noch einen Stempel in den Pass brauchen und registriert werden sollten…
Im zweiten Anlauf schien es dann zu klappen und wir bekamen, nach dem Entrichten einer Tourismusgebühr einen Stempel in unseren Pass. So konnte es losgehen weiter Richtung Süden durch die Coahuila Wüste. Aber halt, um uns wieder mit leckerem Essen versorgen zu können brauchten wir noch Geld. Somit auf zum nächsten Automaten. Wir hatten nur einen kurzen Moment nicht aufgepasst und schwups, schon sog der Geldautomat Julis neue Kreditkarte ein und sie war weg…
Ohne grosse Hoffnung gingen wir in die dazugehörende Bank und erkundigten uns ob wir wohl die eingesaugte Kreditkarte wieder bekommen könnten. Und ja, wir staunten nicht schlecht als eine Viertelstunde später eine Bankangestellte zu uns kam und die Karte zurückbrachte. Nun waren wir bereit für unser nächstes Abenteuer.

Wir steuerten zuerst Cuatrociénegas an, eine kleine Stadt welche für ihre wunderschöne nahegelegene Natur bekannt ist. Auf dem Weg kamen wir durch einige kleine Dörfer und Städte und wurden an einige Ecken angesprochen und gefragt wo wir herkommen und hingehen. Mal mehr mal weniger entstand dadurch ein angeregtes Gespräch mit vielen Fragen zu unserer Reise. Ein wirklich schöner Moment waren zwei Frauen in einer Eisdiele – ja es gibt wirklich scheinbar in jeder kleineren und grösseren Stadt sicher eine Eisdiele – mit ihnen kamen wir in ein Gespräch und blieben bestimmt eine Stunde mit unserem Eis und anderen Süssigkeiten welche sie uns zum probieren gaben. Beide strahlten und waren unglaublich interessiert an einigen Details zu unserem täglichen Reiseleben. Von ihnen hörten wir auch unter anderen, dass sich die Situation in Mexiko oder zumindest in ihrem Teil deutlich verbessert hat. Einige Jahre zuvor trauten sich viele Menschen auch bei Tag kaum aus dem Haus, gerade wegen vielen Schiesserein welche damals stattfanden.
Etwas ganz ähnliches erzählte uns auch ein Herr in einem kleinen Restaurant am Rande der Strasse. Als wir ankamen sang er gerade für die kleine Anzahl Menschen welche im Restaurant sassen und began etwas später mit uns ein Gespräch. Er selber war ein Poet aus der Gegend und sehr interessiet an Geschichten und anderen Ländern.
In Cuatrociénegas überraschte uns dann ein heftiger Herbstregen und wir blieben den Tag auf dem Campingplatz, da es sich nicht lohnte die kleinen Flüsse und Wasserbecken in der Umgebung zu erkunden. Und um rechtzeitig zum Tag der Toten in Aguascalientes zu sein blieb uns nichts weiter als unsere Reise fortzusetzen.

Eine weitere Pause legten wir in Saltillo ein, eine kleine Industriestadt weiter südlich. Wir genossen die Zeit gemeinsam mit Vanessa und Geoffroy die uns zu sich nach Hause eingeladen haben. Vielen Dank für die wunderbare gemeinsame Zeit!
Neben den wunderbaren Begegnungen tat es aber auch gut etwas Zeit in der ruhigen Coahuila Wüste zu verbringen. Neben kleinen Orten gab es kaum einen Menschen und wir genossen die Tage mit Radeln und Musik in den Ohren. Einzig das Wasser mussten wir etwas im Auge behalten, wobei auch das wieder schnell zur Routine wurde.
Langsam wandelte sich die Wüste und machte immer mehr Farmland Platz. So schliefen wir die letzte Nacht vor unserem kurzen Stop in Zacatecas zwischen Maisfeldern. Wir hatten bereits alles aufgebaut und begonnen zu kochen als plötzlich eine Handvoll Bauern auf einem Pickup auftauchten. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass sie bloss nachschauen wollten ob alles in Ordnung ist und schenkten uns zum Abschied noch eine Chillipflanze bevor sie weiterfuhren.
In Zacatecas legten wir einen weiteren Stop ein. Eigentlich wollten wir uns nur einen Abend kurz erholen und gleich wieder weiterdüsen aber die Stadt ist so wunderschön und lädt zum flanieren ein, dass wir unseren Gastgeber Francisco fragten ob er uns nicht auch noch einen zweiten Abend aufnehmen kann. Alles kein Problem und so genossen wir die Sonne und gute Gesellschaft hier im wunderschönen Zacatecas. Vielen Dank auch hier an all die Menschen welche mit uns eine so wunderschöne Zeit verbracht haben.

Wir fühlen uns wirklich Willkommen in Mexiko!

 

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