Die Zeit bei unserem Gastgeberpärchen in Santa Fe haben wir sehr genossen und auch wenn es immer wieder auch gut tut weiterzukommen hätten wir auch gut und gerne noch einige Tage mit ihnen verbringen können.
Unser Plan war nun mehr oder weniger direkt an die Grenze zu Mexiko zu fahren. Das riesige Gebiet dazwischen schien weitgehend leeres Niemandsland zu sein. Einen letzter Zwischenstop wollten wir in Carlsbad einlegen um die dortigen Höhlen zu besuchen, weil Sam ja bekanntlich ein grosser Höhlenfan ist.

Gerade wegen den grossen Einöden mussten wir uns einige Male darauf einstellen, nicht am selben Tag wieder an einem Ort vorbeizukommen. Essen mitzuschleppen war dabei das kleinere Problem, vielmehr mussten wir nun gut darauf achten genug Wasser dabeizuhaben. Dabei schwankte unser Verbrauch von bis zu 9 Liter pro Person an einem heissen Tag zu etwa 6 Liter bei vielen Wolken und angenehmen Temperaturen.
In den Wüstengebieten von New Mexiko und Texas änderte sich die Flora kaum. Oft begegneten uns niedrige Büsche und viele Kakteen. Angenehm war, dass wir die meiste Zeit einfach geradeaus fahren konnten. Für einmal gab es keine Hügel oder Berge, die uns im Weg standen und auch der Wind blies oft zu unseren Gunsten.
Auch Tiere begegneten uns kaum. Ab und zu ein von uns weghoppelnder Hase und seltener Rehe, die oft Mühe hatten zu fliehen, gerade dann wenn sie sich auf unserer Seite des Strassenzaunes befanden. In Texas an der Grenze zu Mexiko begegneten uns eine Schar von Geiern die sich in der Abendsonne von warmen Winden getragen durch die Lüfte bewegten. Nur ein mühsames Insekt begeitete uns streckenweise. Als erstes bemerkten wir diese kleine Spinne, als sie in der Nacht durch unser Taschenlampenlicht krabbelte. Mit langen Beinem und einem ausgeprägten schwarzen Hintern stellte sich bald heraus, dass dies wohl eine der bekannten schwarzen Witwen sein musste. Von da an begegneten diese uns noch unzählige Male an unseren Zeltplätzen. Oft in Netzen in den Büschen, verkrochen sie sich jedoch auch zweimal in den Falten von unseren Radtaschen, eine wahrlich unangenehme Überraschung. Mit etwas Recherche fanden wir jedoch heraus, dass sie einiges weniger giftig und gefährlich sind als allgmein angenommen. Ein Biss ist für gesunde Erwachsene im Normalfall nicht tödlich, kann aber sehr unangenehmen Begleiterscheinungen auslösen. Bisher gelangte es uns zum Glück einer allzu intimen Begegnung aus dem Weg zu gehen.

Im Süden von New Mexiko und Teilen von Texas veränderte sich die Landschaft weniger durch ihre Tiere und die Natur, sondern vielmehr durch grosse Anlagen zur Gewinnung von Erdöl und -gas. Dies erschwerte uns einige Abende auch das Wildzelten, gab es doch neben den Ölfördertürmen und Raffinerien kaum freie und vor allem uneingezäunte Flächen. So schliefen wir einmal bei einer scheinbar stillgelegten Anlage und ein zweites Mal bei einem Wasserspeicher. Gerade das zweite Mal rechneten wir damit einem wütenden Besitzer oder Wächter in die Arme zu laufen, was jedoch zu unserem Glück nicht passierte.

Witzigerweise hatten wir nun auch wieder einiges an Regen und das an einem wirklich sehr trockenen Ort. An einigen Abenden zogen heftige Gewitter über uns hinweg und wir waren jedes Mal froh, dass unser Zelt dem herunter prasselndem Regen und den Windböen standhielt. In den Höhlen von Carlsbad erklärte uns ein Ranger, dass wir uns nun in der Monsunzeit befinden würden…

Die Höhlen in Carlsbad waren dann auch der letzte Höhepunkt für uns in den USA bevor wir in Del Rio an der Grenze zu Mexiko angekommen sind. So langsam nehmen wir Abschied von den Vereinigten Staaten und sind gespannt auf die Abendteuer in Lateinamerika. Nach einem Schlenker durch Asien befinde ich mich nun wieder auf meiner ursprünglich geplanten Route von Alaska nach Süden, dieses Mal zu meinem grossen Glück gemeinsam mit Juli.
Die USA waren für uns ein sehr spannendes Land mit vielen Gegensätzen, einer uns doch irgendwie fremden Art der Politik und eines daraus resultierenden Lebens mit vielen spannenden Eigenheiten und wirklich vielen wunderbaren Menschen.

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