Liebe Grüsse aus den USA, ein Land mit Füssen, Fahrenheit, Pfund und Unzen.
Nach unserem Abenteuer der letzten 14 Monate von Europa nach Asien haben wir nun den zweiten Teil gestartet, von San Francisco nach Patagonien. Damit knüpfe ich an mein erstes Reiseziel vor 2 Jahren wieder an und kann dieses Mal mit Juli unterwegs sein. Als erstes werden wir aber die USA etwas erkunden und dafür Richtung Osten fahren und einige der wunderschönen Nationalparks der Staaten besuchen. Wir freuen uns auf viel und abwechslungsreiche Natur.

Die 14 Monate Reise haben bei uns sehr viele schöne Erinnerungen hinterlassen aber unserem Material doch etwas zugesetzt und so sind die Staaten ein guter Ort um einige kleine Reparaturen an Campingmaterial und Rädern vorzunehmen. Gerade auch deshalb, da wir hier wieder einiges finden, was zuvor in Asien doch oft schwierig war. Das ist unter anderem auch ein Grund, weswegen es nun etwas länger gedauert hat mit dem nächsten Blogeintrag. Ein weiterer ist, dass ich noch in Thailand mein Rad in einem kleinen Teich versenkte und damit auch meinen Computer. Er musste zwar ersetzt werden, da er nicht mehr richtig funktionierte, ich konnte aber zum Glück alle Daten retten. Das hat etwas Zeit in Anspruch genommen…

…und ja in den Staaten angekommen gab es doch einiges Bekanntes und doch auch wieder ein paar Überraschungen. Aber eins nach dem anderen…

Unsere ersten Tage in San Francisco durften wir bei Jean und Magnus verbringen und waren darüber sehr froh. Auch nahmen sie einige Pakete mit Ersatzteilen und anderen wichtigen Dingen entgegen. Vielen vielen Dank dafür.
Die Tage waren ausgefüllt mit weiteren Touren, um einige Ersatzteile für unsere Räder zu besorgen und das Jetlag zu überwinden. San Francisco schien eine gemütliche Stadt zu sein und Kalifornien ist der Sitz von unzähligen Internationalen Firmen. Umso erstaunlicher waren die vielen Menschen zu sehen, welche auf der Strasse lebten oder teilweise zelteten und bettelten. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass es auf unserer Route durch Asien sehr viele und vermutlich auch sehr viel mehr arme Menschen gab und doch schienen sie in den letzten 14 Monaten selten so offensichtlich wie hier im Kontrast mit all dem westlichen Reichtum.

Nach etwas Pause starteten wir Richtung Yosemite Nationalpark, welcher einige Radfahrtage östlich von San Francisco liegt. Unterwegs wollten wir uns noch eine günstige Simkarte für unser Telefon besorgen und hatten diese vorbestellt, da es scheinbar nicht so simpel war einfach in einen Laden zu laufen und eine zu kaufen…
…so begann unser Simkarten-Debakel…
Nach zwei Tagen Radfahrt erreichten wir den angepeilten Laden, welcher unsere Bestellung zum Abholen bereithalten sollte, in etwa ein Mediamarkt für Amerikaner (also ein grosses Elektronikgeschäft). Die Bestellung war leider nicht angekommen und sollte erst in einer Woche ausgeliefert werden, was für uns keine Option war. Auch die Annulierung mussten wir selber per Telefon vornehmen, das schien für die Angestellten nicht möglich zu sein…
Nach einigem weiteren Hin und Her kauften wir uns eine andere Simkarte und liessen uns versichern, dass sie funktioniert.
Schon etwas spät setzten wir unsere Fahrt fort um noch einen Platz zum Übernachten zu finden. Wir waren noch immer in sehr urbanem Gebiet unterwegs und es schien schwierig zu werden ein Örtchen zum Zelten zu finden. Schlussendlich fassten wir uns ein Herz und sprachen ein Paar in ihrem Garten an um zu fragen ob sie von einem Platz wüssten. Es dauerte einen Moment und wir wurden eingeladen bei ihnen Tracy und Dave auf dem Rasen zu zelten. Am nächsten Tag stellten wir fest, dass unsere Simkarte noch immer nicht funktioniert und nahmen dankbar das Angebot an, noch einmal zurück in den Laden zu fahren. Auch dort dauerte es noch über zwei Stunden bis die ganze Sache lief und zum Ende lohnte es sich für uns nicht mehr weiter zu fahren. Noch in keinem Land war es so schwer eine Simkarte zu bekommen die günstig war und auch seinen Dienst tat….
…das Gute an der Situation war, dass wir nun noch eine Nacht bleiben durften und somit ausgiebig Zeit hatten Hot Dogs und weiteres leckeres vom Grill zu essen und die lustige und unterhaltsame Verwandtschaft unserer Gastgeber kennen zu lernen.

Einige Tage und Höhenmeter später erreichten wir endlich unser erstes Ziel, den Yosemite Nationalpark und waren damit nach langer Zeit wieder einmal in den Bergen. Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass die Bären hier schlauer und frecher sind als an anderen Orten. So versuchen sie auch ab und an mal in Fahrzeuge einzubrechen um das Essen heraus zu klauen. Somit auch für uns wieder ein Moment vorsichtig zu sein und alles gut wegzupacken oder aufzuhängen.
Wir waren aber vor allem super glücklich noch einen Zeltplatz für 3 Nächte zu bekommen. Bereits seit langer Zeit war alles im Park ausgebucht (noch bevor wir genau wussten ob wir wirklich die USA besuchen können) und somit schwer noch etwas zu finden. Der Ranger am Eingang durchsuchte aber enthusiastisch die Reservationen und fand noch ein Plätzchen für uns. So konnten wir nicht nur durch den Park fahren sondern auch für einen Tag im Yosemite Tal wandern gehen. Wir empfehlen den Panorama Trail hoch zum Glacier Point sehr, dieser führte uns an einigen wunderschönen Wasserfällen und imposanten Bergspitzen vorbei.
Die restliche Zeit verbrachten wir damit langsam durch den Park zu fahren. Die Toulumne Meadows luden noch einmal zum Verweilen ein, bis wir dann mit dem Tiogapass auf knapp 10.000 Fuss (3000M.ü.M) den höchsten Punkt im Park und auch auf unserer bisherigen Reise mit dem Rad erklommen haben (der Thorung-La Pass in Nepal erreichten wir zu Fuss).

Spannend war nun wieder mit allen Menschen sprechen zu können. So bekamen wir immer wieder viel Zuspruch für unsere Reise und beantworteten ziemlich oft die Fragen woher wir kommen und wohin wir gehen. Witzig war dabei, dass für einige Amerikaner die Tatsache, dass wir von San Francisco nach Texas fahren unfassbarer war, als von Europa nach Asien zu fahren. Es schien doch so als hätten einige kaum ein Bild vom Eurasischen Kontinent. Wir selber hatten zum Glück die Möglichkeit einen Teil selber zu erkunden und mindestens in meinem Fall haben sich meine Geografie-Kenntnisse markant verbessert.

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