Schon einige Zeit ist vergangen. Nicht nur seitdem wir aus Bangkok weggefahren, sondern auch seit wir vor 14 Monaten in Deutschland losgefahren sind. Wir sind in Singapur angekommen und bei wunderbaren Warmshower Gastgebern untergekommen. So geniessen wir noch die letzten Tage in Asien und sind schon bald in Nord- und Südamerika unterwegs für den zweiten Teil unseres Abenteuers.

In den letzten Wochen sind wir durch den Süden Thailands und durch Malaysia gefahren. Spannend war es aus den buddhistisch geprägten Ländern wieder in muslimische Gebiete zu kommen. Es schien uns dass am südlichen Ende von Thailand sowie an der Ostküste von Malaysia die Religion ein wichtiger Teil des Lebens darstellt. So waren Frauen oft wieder teilweise verschleiert und mit Kopftuch anzutreffen und viele Männer in traditioneller Kleidung und meistens mit zylindrischem Hut. Wobei viel beeindruckender war, dass sich die Menschen viel Zeit nahmen um für die Gebete die örtlichen Moscheen zu besuchen. Gerade morgens und abends tummelten sich jeweils viele Menschen um die Gebetshäuser und trafen sich zum gemeinsamen Gebet.
Wir verbrachten einige Nächte unter Dächern bei Moscheen und gerade am ersten Abend noch in Südthailand war es wunderschön dabei zu sein wie sich langsam die Menschen versammelten und sich zum Gebet wuschen. Es war eine ganz ruhige und besinniche Stimmung. Mit einigen Leuten kamen wir ins Gespräch und wurden etwas später tatsächlich zu einer Familie nach Hause eingeladen.
Ein zweites Mal sprach uns eine junge Frau auf der Strasse an, da sie sich für unsere Reise interessierte und auch sie nahm uns nach einem kurzen Gespräch mit und lies uns bei sich zu Hause übernachten. Vielen Dank für die Gastfreundschaft und spannenden Gespräche!
Im Verlauf unserer Reise begannen wir jedoch wieder andere Orte als Moscheen zur Übernachtung zu suchen. Auch wenn wir nie ein Problem hatten waren doch die Gebetsrufe am frühen Morgen und die vielen Menschen nicht ganz so praktisch um zu schlafen. Die meisten Moscheen waren auch nicht für Reisende eingerichtet, hatten sie doch oft nur einen Gebetsraum und keine weiteren Plätze für Leute ausser im Freien unter Unterständen.

Um auf unserer Strecke von Bangkok nach Singapur noch etwas Abwechslung zu haben und auch um eine kleine Reisepause einzulegen entschieden wir uns eine Woche auf Kapas Island zu verbringen und tauchen zu lernen. Die Insel ist ziemlich klein und zum Glück wenig bekannt. So konnten wir sehr ruhige und angenehme Tage weg von allem Trubel geniessen. Was ich jedoch feststellen musste ist, dass Tauchen viel anstrengender ist als ich mir das vorgestellt hatte. Aber die wunderbare Unterwasserwelt entdecken zu können war dann doch Belohnung genug und wir hoffen, dass wir weitere Tauchgelegenheiten in Mittel- und Südamerika finden können.

Eine für mich ziemlich sicher unvergessliche Erfahrung war in der zweitletzten Nacht vor Singapur. Wir waren in sich unendlich streckenden Palmölplantagen unterwegs und es gestaltete sich schwierig einen Schlafplatz zu finden. Schliesslich gab es eine ruhige Ecke abseits der Strasse, welche nicht bepflanzt war. Bald schon schliefen wir unter unserem Moskitonetz friedlich ein. Nach Mitternacht wachte ich noch einmal auf und brauchte einen Moment um wieder einschlafen zu können als ich plötzlich ein lautes Knacken und Rascheln in der Nähe hörte. Es dauerte einen Moment um zu sehen, was das Geräusch verursachte und es waren tatsächlich eine Herde Elefanten, welche ca 100m entfernt in unsere Richtung marschierte. Ich war mir ziemlich unsicher was wir tun sollten, Juli war noch tief und fest am schlafen und bei dem Gedanken, was die Elefanten von uns halten würden sollten sie uns bemerken wurde mir doch ein bisschen mulmig zumute. Überraschte stellte ich dann jedoch fest, dass die Herde plötzlich schlagartig stehen blieb, umdrehte und sich einen anderen Weg suchte, sie schienen dann doch nicht so angetan uns über den Weg zu laufen. Ein paar Minuten später, noch immer knackte es laut im Wald, kam plötzlich ein kleiner Elefant ca 10m neben uns aus dem Gebüsch gestapft und reckte sein Rüssel umher. Doch auch er bemerkte uns ganz plötzlich und rannte erschrocken zurück in den Wald. Mein Herz schlug noch eine Weile bis ich wieder Einschlafen konnte. Wir haben unsere letzten Wochen in Asien noch einmal sehr genossen, spannende Dinge erlebt und wunderbare Menschen getroffen. Jetzt nehmen wir langsam Abschied und freuen uns auf neue Abenteuer auf einem anderen Kontinent.

 

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