Wie der Titel schon sagt ist es heiss geblieben, auch hier zurück in Thailand und nun wieder in der Nähe vom Meer. Wir befinden uns auf unserem Weg Richtung Süden nach Singapur. Es wird nun unser letzter Monat sein in Asien. Juli hat in Bangkok ein Visum für die USA bekommen und so steht der Fortsetzung unserer Reise in Nord- und Südamerika nichts mehr im Weg. Mitte Juli werden wir von Singapur nach San Francisco fliegen und danach zuerst etwas durch die Staaten und später Richtung Süden fahren. Wir freuen uns bereits sehr darauf, geniessen jetzt aber erst noch unsere Zeit hier in Asien.

Das heisse Wetter hat uns schon seit einer Weile dazu gebracht weniger zu zelten und nach anderen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Nachdem wir in Kambodscha bereits sehr einfach in Klöstern untergekommen sind, versuchten wir nun unser Glück auch in Thailand. Auch hier sind die Mönche nach anfänglicher Zurückhaltung  sehr gastfreundlich und haben uns jedes Mal aufgenommen. Und ja, wir sind inzwischen sehr begeistert davon am Abend regelmässig, wenn auch oft mit einfachen Mitteln, duschen zu können und zum Schlafen einen Ventilator zu haben. Gerade das Duschen ist für uns rückblickend auf unser erstes Jahr Radreise sehr zum Luxusgut geworden. Vielfach mussten wir uns mit etwas Wasser aus der Flasche und einem Waschlappen für einige Tage am Stück zufrieden geben.
In Thailand bekommen wir auch immer wieder etwas zugesteckt. In einigen Klöstern bekamen wir neben einem Ort zum Schlafen auch etwas zu essen, das eine Mal wollte uns eine alte Frau sogar etwas Geld zustecken was wir unter vielen Dankesbekundungen liebevoll ablehnten.
Wir freuten uns auch sehr in einem Kloster einen Mönch kennen zu lernen mit dem wir Englisch als gemeinsame Sprache teilten. Er lebte eine Weile in den USA und war danach nach Thailand zurückgekehrt. So erfuhren wir, dass viele junge Männer mindestens einmal in ihrem Leben eine Weile im Kloster verbringen. Im Gegensatz zur christlichen Tradition ist es in Thailand bei den Buddhisten möglich auch nur für eine bestimmte Zeit im Kloster als Mönch zu leben. Leider war die Zeit viel zu kurz, da wir uns nun wieder einen Zeitplan zurecht gelegt haben.

Ein absolutes Highlight war der Besuch des Kao Yai Nationalpark etwas nördlich von Bangkok. Bekannt vor allem für die vielen Tiere (allen voran Elefanten) welche man sehen kann. Wir waren in Vietnam und Kambodscha etwas schneller unterwegs als gedacht und hatten noch Zeit übrig bevor Juli in Bangkok zum Visatermin erscheinen musste. So nahmen wir die Beine in die Hand und strampelten hoch in die Hügel des Nationalparks. Trotz einem bedeckten Tag kamen wir pitschnass oben an. Nicht etwa weil es geregnet hatte, nein das kam erst später, sondern weil wir in der hohen Luftfeuchtigkeit so sehr geschwitzt hatten…
…der Gedanke vielleicht doch noch einen wilden Elefanten in Südostasien zu sehen half uns dabei nicht auf halber Strecke wieder um zu drehen.
Wir verbrachten die zwei Tage im Park damit kleinere Wanderungen zu unternehmen. Wir mussten schnell feststellen, dass je nach Pfad die Wegfindung im Urwald unglaublich schwierig werden kann und so versuchten wir jeweils einen einfachen Weg zu finden. Dazu folgten wir am ersten Tag einem kleinen Bach, wir genossen es sehr etwas Ruhe zu haben und einfach zu laufen. Angeblich sollte es auch an diesem Bach noch möglich sein ein Krokodil zu sehen. Wir spitzten immer wieder unsere Ohren und hielten Ausschau bis wir neben uns etwas den Hang hoch ein lautes Rascheln hörten. Langsam und sachte schlichen wir uns an das Geräusch an, nicht wissend was uns wohl hinter den Blättern erwarten würde…
Wir waren nicht schlecht erstaunt, dass wir plötzlich vor uns durch die Blätter einen riesigen Elefanten erspähten. An dieser Stelle, es war wunderschön und spannend für einmal einem so majestätischen Tier ganz nahe sein zu können aber ja wir waren wohl etwas zu nahe und empfehlen definitiv jedem genug Abstand zu halten.
Der Elefant knabberte genüsslich an den Bäumen und schob sich von Zeit zu Zeit saftige grüne Blätter in den Mund. Er hatte uns zwar bemerkt liess sich aber zuerst nicht stören. Nach einer Weile wurde es ihm aber zu bunt und so rüsselte er uns laut schnaubend entgegen, wohl ein klares Zeichen dass es nun Zeit wurde für uns zu verschwinden…
…das taten wir natürlich auch…
Wir kehrten zurück zu unserem Zelt gerade noch rechtzeitig bevor ein starkes Gewitter über uns herein brach. Leider haben wir nicht mit so viel Wasser auf einmal gerechnet und trotz einiger Zelterfahrung feststellen müssen, dass wir unser Zelt am falschen Ort aufgestellt hatten. Nicht nur uns gefiel der viele Regen nicht so recht auch die Tiere, welche sich auf dem Campingplatz tummelten suchten Schutz unter Dächern. Allen voran rannte ein Stachelschwein quer über den Platz um sich unter einem Auto zu verkriechen nur um zu merken, dass da noch einige Menschen in der Nähe waren, was es wiederum in die Flucht trieb.
Am folgenden Tag versuchten wir unser Glück von neuem und streiften durch ein anderes Stück Wald in Richtung eines Aussichtsturmes. Leider waren dieses Mal die einzigen Tiere, welche wir zu Gesicht bekamen, einen Haufen Blutegel welche nur darauf warteten sich an uns festzusaugen. Recht mühsam und vor allem eine blutige Sache.

Nach so viel Natur hatten wir in Bangkok zuerst etwas mit unserem Kulturschock zu kämpfen. Viel Verkehr, viele Menschen und riesige Einkaufszentren. Nicht unbedingt unsere Welt. Dennoch war es für unsere Zwecke praktisch in einer so entwickelten Stadt zu sein. So konnten wir einige Dinge erledigen und auch Julis Rad reparieren. Vielen Dank dazu an den Bok Bok Bike, ein Bastler und Meister seines Fachs. Die Tage waren oft ausgefüllt mit der Planung und Organisation der weiteren Reise und so sind wir gespannt, was uns erwartet!

2 thoughts on “Von Ventilatoren und Elefanten”

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