Vietnam hielt für uns einige Überraschungen bereit. Wir haben jeweils etwas eine Idee der Orte, welche wir in einem Land besuchen möchten und natürlich eine Ahnung von den Einreisebestimmungen. Vieles bleibt dann jedoch noch offen. Auf Vietnam freuten wir uns, da wir von einigen Highlights gelesen hatten, die recht praktisch auf unserer Route lagen.

Wie bereits in einem älteren Text einmal berichtet, braucht es jedes Mal einen Moment um herauszufinden, wo wir welche Dinge bekommen. Dies betrifft vor allem Wasser und Essen – klar funktionieren viele Länder in diesen Dingen ähnlich und doch ist es in den Details immer wieder ein bisschen anders. So waren die ersten Tage etwas frustrierend. Gerade ein Mittagessen zu bekommen erschien uns schwierig. Einfach an Reis mit Gemüse zu kommen war unmöglich. Dazu kam, das die ersten Begegnungen mit einigen Vietnamesen ungemütlich war, da sie recht laut und aufdringlich auftraten. Zusätzlich war das Land im Vergleich zu Laos wieder ziemlich dicht besiedelt und Unterstände bauten sie leider auch nicht mehr. Somit war auch das Zelten so ziemlich erschwert.

…aber ja eins nach dem anderen…

Zu Beginn etwas enttäuscht fanden wir mit viel Mühe am ersten Tag doch noch ein Plätzchen und zwar auf einem Friedhof. Diese schienen die einzigen Orte zu sein, wo niemand anderes wohnt und auch kein Reis angepflanzt wurde. Und es gab davon an jeder Ecke welche. Vor und nach unserem Abstecher in den Phong Na Ke Bang Nationalpark folgen wir dem eher dünn besiedelten Teil der Küste nördlich von Da Nang. Hier in diesem endlos langen Sand- und Waldstreifen schienen sich einige Vietnamesen ein kleines Denkmal gesetzt zu haben. Es gab Gräber in allen Grössen und mit unterschiedlich aufwändiger Dekoration zu sehen. Die einen schienen auch mehrere Generationen zu umfassen und beanspruchten einen Platz der Grösse eines Einfamilienhauses. Wir waren doch einige Male ziemlich erstaunt und fragten uns woher wohl das Geld für solche Bauten stammt, schienen doch die meisten Vietnamesen nicht sonderlich reich zu sein.

Unser erstes Sightseeing Ziel, welches wir ansteuerten, war der Phong Na Ke Bang Nationalpark. Wieder etwas abseits der Küste liegt dieser in den vorgelagerten Hügeln der Bergkette, welche sich von Nord nach Süd ausstreckt.
Ein wirklich wunderschöner Ort. Leider war es nicht möglich auf eigene Faust im Park zu wandern und gebuchte Touren schienen uns doch ziemlich teuer. Deswegen entschieden wir uns auf dem Rad eine Runde durch den Park zu drehen und dabei die eine Höhle (Paradise Cave) und den Botanischen Garten zu besuchen. Gerade die Höhle war eine der schönsten, welche wir bisher gesehen haben. Angenehm beleuchtet und mit vielen über Jahrhunderte gewachsenen Elementen. Im Botanischen Garten konnte man dann doch noch eine kleine Runde durch den Urwald drehen und das viele Grün geniessen. Unser Hostel lag direkt an einem Fluss und so war auch eine willkommene Abkühlung von der Hitze gleich in der Nähe.

Nach dem Stop im Nationalpark zog es uns weiter in die Stadt Hue in welcher sich eine alte Herrscherresidenz befindet. Die Anlage war viel grösser als erwartet und so verbrachten wir einen halben Tag damit in den alten Mauern und Gebäuden herum zu streunen. An jeder Ecke gab es etwas zu sehen, was gerade für mich zum Fotografieren ein Paradis war.
Der Höhepunkt unserer touristischen Aktivitäten lag jedoch eine Stadt weiter in Hoi An, einer alten  Hafenstadt welche heute als eine Art Open-Air-Museum gestaltet ist. Neben vielen alten Gebäuden gab es unzählige Cafés, Restaurants und Geschäfte. Und in alldem konnte es einem schon etwas zu viel werden. Jedoch gerade abends, wenn an jeder Ecke Lampions in unterschiedlichen Farben strahlten, zog es uns doch wieder in seinen Bann.

Abseits der touristischen Ziele verbrachten wir wieder viele Nächte im Freien unter unserem Moskitonetz. Dabei wurden unsere Plätze immer hübscher und einige Nächte waren wir überrascht davon, wieder einen so wundervollen Ort gefunden zu haben. Einzig die Hitze machte uns immer wieder zu schaffen, gerade auch in den Hügeln bei steilen Aufstiegen.
So entpuppte sich Vietnam nach unseren anfänglichen Schwierigkeiten als eines der wundervollsten Reiseländer bisher. Und nicht nur die touristischen Attraktionen waren einen Besuch wert, auch mit den Menschen konnten wir uns mehr und mehr anfreunden. Einer der schönsten Momente war unser Treffen mit Van in Da Nang, welche es uns ermöglichte bei Freunden zu übernachten und gemeinsam am Ostergottesdienst in ihrer Gemeinde teil zu nehmen. Vielen Dank für diese geteilte Zeit!

…ja, eins nach dem anderen: Vietnam hat sich für uns gerade nach den ersten beschwerlichen Tagen von einer wunderschönen Seite gezeigt…

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