Der Wechsel von Myanmar nach Thailand war überraschender als erwartet. Wir wussten bereits, dass Thailand wieder touristischer sein würde und es somit möglich sein sollte auch wieder in den Genuss von westlichen Annehmlichkeiten zu kommen. Wie stark dieser Kontrast jedoch sein sollte war uns nicht bewusst. Nach zwei Wochen Reise durch Thailand, dies noch in den eher weniger touristischen Gebieten, schien es uns als wären wir wieder in Europa angekommen. Ins Auge sticht sehr schnell, dass es an jeder Ecke einen 7-eleven gibt, diese kleinen Minieinkaufsläden mit Leckereien wie sehr süssen Kaffee oder Tee und Eiscreme. Auch gibt es wieder Bars und Cafés zum Verweilen und das sogar in kleineren Städten. Da wir doch noch etwas vorwärts kommen wollten mussten wir jedoch leider an den allermeisten vorbeifahren. Neben all den plötzlichen Konsumgelegenheiten war ausserdem auffallend, dass die Strassen alle sehr gut und geteert waren und noch viel aussergewöhnlicher: es gab wieder Ampeln und die Leute hielten sich daran! Der Verkehr geht sehr geregelt zu und her, dass haben wir doch seit einer langen Zeit nicht mehr gehabt.

Es macht Sinn schon hier ganz am Anfang zu erwähnen, dass wir gewisse Dinge schon vermisst haben. Gerade in einem gemütlichen Café zu sitzen und die Zeit zu geniessen ist wunderbar. Auch süssen Kaffee in Julis Fall und für mich Eiscreme oder Kuchen ist wirklich etwas schönes. Zusammengefasst tat es gut zwischendrin wieder etwas bekanntes, etwas das einem an zu Hause erinnert, im Reiseleben zu haben.

Und doch, trotz wieder gewonnenen Annehmlichkeiten blieb auch das Reisen in Thailand ein Abenteuer. Gerade in Sachen Verständigung mussten wir weiterhin kreativ bleiben, da sehr wenige Thailänder welchen wir begegnet sind Englisch verstehen oder sprechen konnten. So begannen wir von unserem Essen Fotos zu machen um es im besten Fall am nächsten Ort so einfacher wieder bekommen zu können. Das bewährte sich schon etwas in Myanmar und natürlich gab es nur Fotos, wenn wir etwas erwischt hatten, das uns schmeckte.
Auch wenn mir irgendwo im Hinterkopf bewusst ist, dass das Thaiessen, welches es bei uns in Europa zu Hause gibt wahrscheinlich nicht ganz das Gleiche ist wie in Thailand, hoffte ich doch auf viel Red Thai Curry mit Gemüse. Stattdessen scheinen jedoch eher andere Gerichte üblich zu sein und überraschend dabei war, dass es scheinbar ausnahmslos immer Fleisch im Essen hat. Ein bisschen war ich enttäuscht freute ich mich doch schon recht auf das Curry, wobei auch die Nudelsuppen und Reis mit unterschiedlichen Tieren sehr gut schmeckt.
Wohl das Beste sind bisher die Früchte. Es war recht erstaunlich zu merken, dass man hier in Thailand Mangos essen kann wie bei uns zuhause Äpfel. Äpfel im Gegensatz zu Mangos sind hier teuer. Mangos und Ananas sind unglaublich lecker und daneben gibt es weitere unbekannte und teils witzig aussehende Früchte zu geniessen.

Auf unserer ersten Runde durch Thailand haben wir bloss 2 Wochen im Land verbracht, da wir zuerst eine kleine Schlaufe durch Südostasien drehen und danach für über einen Monat noch einmal zurück kommen. Diese erste Strecke führte uns an Sukhothai vobei. Dort besuchten wir gemeinsam mit Freunden von Juli die Ruinen und Überbleibsel von unzähligen Tempeln. Es war wunderschön Freunde von zuhause um sich zu haben und gemeinsam Zeit zu verbringen. Danke auch, dass sie für uns ein, zwei Dinge von Zuhause mitgebracht haben, welche uns das Leben in Zukunft erleichtern werden.
Neben Sukhothai verbrachten wir die meiste Zeit auf den Strassen und versuchten so oft wie möglich die grossen Hauptstrassen zu verlassen und auf Nebenstrassen auszuweichen. Da auch diese in sehr gutem Zustand sind, war es weitaus spannender denen zu folgen.
Diese führten uns dann auch an einige wunderbare Plätze. An einem Nachmittag fuhren wir an mehreren Wasserfällen vorbei und kamen so in diesem heissen Wetter in den Genuss von einem wunderbar abkühlenden Bad. Nach einem langen Radfahrtag entdeckten wir zufälligerweise einen kleinen See abseits der Strasse, welcher zu unserer Überraschung wunderbar zum Zelten und Baden einlud. Und unsere letzte Nacht in Thailand verbrachten wir in einem kleinen Dorf. Eigentlich wollten wir auch da an einem See zelten. Als wir jedoch ankamen stellte sich heraus, dass der See nur noch auf der Karte existierte. So mussten wir wohl oder übel noch etwas weiter und fragten mit Händen und Füssen im Tempel eines nahe gelegenen Dorfes nach, ob sie eine Schlafmöglichkeit hätten. Zu unserer Überraschung tauchte nach einiger Zeit eine ältere Frau auf und nahm uns mit. So durften wir am Rande des Dorfes in einem Häuslein ganz für uns übernachten.
Alles in allem schien es uns als wären wir für einen Moment hier in Thailand im Paradies angekommen.

 

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