Es ist bereits eine Weile her seit wir uns zuletzt mit einem Blogeintrag gemeldet haben. Nach unserer Runde um die Annapurnas war uns nach einer Pause zumute und Pokhara hat sich dafür wunderbar angeboten.
Wir fanden Unterschlupf in einem Gasthaus einer jungen Familie etwas am Rande des Zentrums. Neben der Landwirtschaft, was vermutlich die meisten hier betreiben, leben viele Menschen von einem eigenen kleinen oder grösseren Geschäft. Das beginnt bei Händlern, welche mit Karren oder Rad unterwegs sind und Früchte oder allerhand Alltagsgegenstände verkaufen bis zu Geschäften, Restaurants oder Hotels. Alles in allem scheint dies der Grund für die Vielzahl an vor allem kleinen Läden zu sein, die an jeder Ecke ihre Waren feilbieten.
Wir waren froh um ein kleines gemütliches und festes Zuhause für eine Woche. Als Sammelbecken für viele Touristen in Nepal bot Pokhara wieder einige von Zuhause bekannten Annehmlichkeiten, wie kleine Cafes zum sitzen oder Restaurants mit bekanntem Essen. So genossen wir unsere Zeit und verbrachten sie damit Süssigkeiten zu essen und Filme zu kucken. Jeden Morgen gab es von uns selbst gemachte Pfannkuchen mit Früchten und Schokoaufstrich und gegen Abend gingen wir oft in eines der kleinen günstigen Lokale essen. Unser Neujahr verbrachten wir dann gemütlich in der Unterkunft. Auf den Strassen von Pokhara war viel los und es schien als habe sich die gesamte Stadt im touristischen Zentrum versammelt. So beschlossen wir uns nach einer kurzen Runde wieder zurück zu ziehen und alleine anzustossen gerade auch, weil wir wohl wieder vielen Menschen begegnen werden, sobald wir wieder auf der Strasse unterwegs sind.
Im neuen Jahr rafften wir uns wieder auf und machten uns auf den Weg nach Kathmandu. Neben Pokhara schien Kathmandu mehr das kulturelle Zentrum zu sein und wir freuten uns darauf die Stadt zu erkunden. Über Warmshowers fanden wir einen Gastgeber mit einem kleinen Restaurant am Rande von Kathmandu. Er ist Teil der lokalen Radfahrgemeinde, welche gerne zusammen in den Hügeln unterwegs ist und sich auch für bessere Bedingungen für Radfahrer einsetzt. Sein Restaurant war somit auch ein Treffpunkt von vielen Radfreunden.
Gleich zu Beginn waren wir an ein Fest der lokalen Bevölkerung eingeladen. Wie sie uns erzählten gab es einen alten Brauch, dass jeweils ein Fest gefeiert wird, wenn eine Person aus der Gemeinschaft 80 Jahre alt wird. So trafen sich viele Junge und Alte zu einem fröhlichen Zusammensein am Abend, um gemeinsam zu trinken, zu essen und Geschichten auszutauschen.

Leider wurde aus unserer Stadterkundung nicht viel. Juli hatte schon seit längerer Zeit oft Durchfall und nun in Kathmandu verschlimmerte sich die Situation weiter und sie verbrachte die meiste Zeit im Bett, nicht fit genug um unterwegs zu sein. Mit ärztlicher Hilfe von zu Hause entschied Juli dann doch noch Antibiotika zu nehmen. Ich selber war in dieser Zeit somit auch einmal wieder alleine unterwegs, was aber einfach nicht so viel Spass machte wie zu zweit. Ganz oft verbrachte ich die Zeit gemeinsam mit unserem Gastgeber, welcher mich an viele Orte mitnahm, wo immer er auch gerade hin musste oder wollte. So sah ich zwar nicht so viel von Kathmandu aber dafür umso mehr von der Umgebung und dem Leben der Menschen ausserhalb. Vielen Vielen Dank an Azzu, unseren Gastgeber in Kathmandu. Wir haben uns bei euch sehr wohl gefühlt und trotz der Umstände die Zeit sehr genossen!

Nach etwa einer Woche ging es Juli wieder besser und wir entschieden uns dafür uns wieder auf den Weg zu machen, langsam heraus aus den Hügeln und Bergen Richtung Nordostindien. Auf unserem Weg fuhren wir an Bhaktapur vorbei, einer wunderschönen und gut erhaltenen kleinen Stadt mit vielen Tempeln und alten Backsteinhäusern. Um im hügligen Teil von Nepal vorwärts zu kommen müssen viele Höhenmeter überwunden werden und ich merkte, dass ich doch nach dieser längeren Pause etwas an Fitness verloren hatte. Vielleicht hatte ich mir auch etwas eingefangen mit dem Essen oder dem Wasser, wer weiss. Trotz Motivation und Anstrengung gelang es mir nicht wie geplant am Stück aus den Hügeln heraus zu fahren und so verbrachten wir einen Tag mit einer „Zwangspause“. Auch danach fühlte ich mich noch nicht richtig fit, kam aber wieder vom Fleck. Nur wenige Tage später fühlte sich Juli plötzlich wieder krank und schwach und wir mussten abermals unseren Radfahrtag nach der Hälfte abbrechen. Es schien ein bisschen wie verhext und wir hoffen, dass wir wieder richtig in Fahrt kommen aber immerhin kamen wir im letzten Monat auf genug Pause.

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