Bewegt sich dort drüben etwas? Ein Nashorn vielleicht oder sogar ein Tiger?! Wir warten alle ruhig an einem der Hotspots, nur flüsternd und versteckt in den Büschen um uns herum. Es ist ein riesiger Kontrast zur sehr lebhaften und lauten Zeit, die wir in Indien verbracht haben. Wir verliessen Delhi und fuhren in einer direkten Linie zur nepalesischen Grenze, danach sehnend wieder in einer enspannteren Atmosphäre und der Natur unterwegs zu sein, sowie die Gelegenheit zu haben wieder zu zelten. Nepal hat uns nicht enttäuscht, wir sind dem Highway 1 Richtung Osten gefolgt, durch saftigen subtropischen Regenwald, haben blaue Flüsse mit frischem Wasser überquert und die kleinen Strasse mit mehr Radfahrern als Autos und grösseren Fahrzeugen geteilt. Wir entschieden uns am Bardia Nationalpark einen Stop einzulegen, ein Tierreservat mit Tigern, Nashörnern, Elefanten und Krokodilen. Im Park sind unterschiedliche Aktivitäten möglich und wir buchten eine Urwaldwanderung. Unser Guide führte uns durch hohes Grass und dichten Wald zu verschiedenen Orten, an welchen wir die Chance haben sollten die exotischen Tiere beobachten zu können. Gefunden haben wir viele Fussabdrücke, gesehen haben wir jedoch nur einige Affen und viele Rotwild. Als wir den Bardia Nationalpark verlassen hatten war es uns nicht möglich weit genug zu fahren und mussten somit im Wald zelten, welcher vermutlich noch immer Teil des Nationalparks war. Ich muss zugeben ich wartete noch immer darauf, dass ein Tiger auftaucht, dieses Mal war ich jedoch froh darüber keine exotischen Tiere gesehen zu haben.

Ein anderer grosser Unterschied zwischen dem Radfahren in Indien und Nepal waren die Steigungen. In Indien war die Route noch komplett flach und nun, da wir uns dem Himalaya näherten, führt uns die Strasse durch das Vorgebirge entlang verschiedener Flusstäler. Die Hügel waren entweder überdeckt mit dichtem Dschungel oder gerodet für Reisterassen. Die Strasse nach Pokhara schlängelt sich durch diese Hügel und so waren unsere Tage damit gefüllt langsam die steilen Passagen hochzukriechen und dann mit einem breiten Lachen wieder hinunterzudüsen. Neben der herausfordernden Strecke zum Radfahren war auch das Zelten oft schwierig. Unsere Lösung dafür war unterschiedliche Anwohner zu fragen, ob wir auf ihren Feldern zelten dürfen was sie uns immer mit ja beantwortet haben. Einmal kamen zwei scheue Jungs vorbei und luden uns zu sich nach Hause ein, wohl weil sie Mitleid mit uns hatten. Der nepalesische Winter fühlt sich für uns mehr wie Herbst an, jedoch sind die Nächte trotzdem kalt und die ärmere Bevölkerung hat wenig warme Kleider. Die meisten laufen in Sandalen herum oder einige sogar barfuss.

Auch wenn einige Radtage sehr anstrengend waren, so hat doch das gute Essen es mehr als wieder wettgemacht. Wir kochen noch immer am Morgen (und benutzen jetzt Reisflocken statt Haferflocken) und ebenso am Abend aber stoppen am Mittag jeweils in einem Restaurant. Unser Lieblingsessen sind gebratene Nudeln und Momos (gefüllte Teigtaschen) – da wir jedoch so viele Kalorien verbrennen bestellen wir oft zwei Portionen pro Person, was die meisten Leute jedoch zu verwirren scheint. Alles in allem sind wir sehr begeistert vom Essen hier und lieben es verschiedene Strassengerichte auszuprobieren. Nepal ist nun auch wieder eher ein touristisches Land, verglichen mit anderen Ländern welche wir bereits bereist haben in den letzten Monaten, was uns die Möglichkeit gibt wieder gewisse Luxusgüter zu geniessen. So gibt es wieder Kuchen und gutes Wifi, aber am wichtigsten ist uns der Kuchen.

Die Bevölkerung in Nepal gehört vor allem der Hindu Religion an und wie schon in Indien sahen wir viele Schreine am Rand der Strasse oder in den Dörfern. Der Buddismus zählt jedoch auch zu den wichtigen Religionen im Land und so besuchten wir den Geburtsort von Buddha in Lumbini im Süden von Nepal. Als wir mehr und mehr in die Berge kamen, begannen wir auch die bekannten Gebetsfahren zu sehen. Bald werden wir unsere Räder einen Moment stehen lassen und versuchen den Annapurna Trek zu laufen. Auf dieser Umrundung werden wir viele Zeichen der tibetischen Kultur und des Buddhismus finden, sowie die Vielfalt der Region erleben.

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