Eine Caravanserai hat lange Zeit Reisenden und Karavanen dazu gedient sich auszuruhen, sowie Wasser und Nahrung auf den langen Strecken zu bekommen. Viele sind auf der alten Seidenstrasse zu finden. Schon in der Türkei sind uns von Zeit zu Zeit Caravanseraien begegnet, nun oft umgestaltet zu einem Restaurant oder Hotel.

Nach unserer längeren Fahrstrecke von Zanjan nach Esfahan, für welche wir 9 Tage am Stück gebraucht haben, entschieden wir uns in Esfahan in ein Hostel zu gehen. Sozusagen ein neueres Gegenstück zu den alten Caravansereien. Auch wir haben wieder etwas Ruhe und Erholung gebraucht. Wir mögen es zwar sehr gerne mit den Menschen zusammen zu sein und in Kontakt zu kommen, doch von Zeit zu Zeit ziehen wir uns auch gerne einen Moment zurück und ruhen uns aus.
Gerade in Esfahan wurden wir dann auch ein wenig dazu gezwungen. Als wir in der Stadt waren fand gerade das Fest Aschura statt. Ein für die muslimischen Gläubigen wichtiges Fest, an welchem sie dem Tod des Imams Hussein gedenken. Die Stadt wirkte an diesen Tagen wie leergefegt. Alle Läden waren geschlossen und es herrschte eine sehr ruhige Stimmung. So verbrachten wir neben etwas rumwatschen die Zeit viel mit Ausspannen im Hostel und auf dem grossen Naqsh e Jahan Square.
Ebenso befassten wir uns etwas mit der Strecke nach Yazd, da diese mehr oder weniger quer durch die Wüste führen sollte. Danke hier an die zwei Reisenden von Pedalpromise, sie haben uns dazu inspiriert und einige Infos auf ihrem Blog bereitgestellt.Nach 3 Tagen Pause war es soweit und wir begaben uns auf den Weg nach Yazd. Der Weg sollte etwas „Wüste light“ sein. Zwei Tage waren wir von der Zivilisation „entfernt“, unterwegs ohne Möglichkeit etwas zu Essen zu bekommen und nur sehr eingeschränkten Zugang zu recht salzigen Wasser. Inmitten der Wüste sollte dann auch eine alte Caravanserai-Ruine zu finden sein, welche wir unbedingt besuchen wollten. Auch sollte es da möglich sein zu übernachten. Schon am letzten Abend bevor wir den letzten grösseren Ort verliessen staunten wir nicht schlecht, als wir am Rande der Strasse eine sehr alte Caravansarai erblickten. Es war schon spät und wurde schnell dunkel. Zuvor hatten wir auch noch mit dem Hinterreifen von Julis Rad zu kämpfen, der einfach stetig Luft verlor. Die Caravanserai kam so genau zum richtigen Zeitpunkt und es war wunderschön einen gemütlichen und etwas versteckten Platz zu haben.
Die zwei folgenden Tage genossen wir sehr. Es tat gut für einmal auf einer ruhigen und kaum befahrenen Strasse unterwegs zu sein. Selbst wenn wir nicht immer den Hauptverkehrsachsen gefolgt sind, herrscht doch – so scheint es zumindest – überall auf den Strassen ein recht reger Verkehr. Dass die Autos oft alt sind und auch kaum einen Abgasfilter oder ähnliches haben macht die ganze Sache nicht viel besser.
Die Caravanserai welche wir in der Wüste vorfanden war noch gut erhalten und grösser als wir erwartet hätten. Es war möglich über eine Treppe aufs Dach zu steigen und es war uns sogar möglich dort oben zu übernachten. Eine wunderbar kühle Nacht unter den Sternen.

Ohne Probleme und mit ziemlich viel Hilfe des Rückenwindes kamen wir in Yazd an. Eine spannende Stadt mit vielen alten Bauten und einem verwinkelten Stadtkern, der zum Wuseln und Erforschen einlädt. Wir wurden über Couchsurfing von einer jungen Frau aufgenommen, die selber sehr gerne klettert und mit einer Gruppe auch immer wieder zum Bergsteigen oder Canyoning aufbricht. Uns nahm sie gemeinsam mit zwei Freunden mit in die Sanddünen nahe von Yazd um gemeinsam einen Abend dort zu verbringen. Vielen Dank für deine Gastfreundschaft!

So genossen wir, nicht nur in den letzten Tagen, die unterschiedlichen Gaststätten – die einen ganz alt und andere ganz neu und modern.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.