Neben viel Sonnenschein und wunderschön grüner Natur um uns herum hatten wir einige wunderbare Begegnungen auf der letzten Strecke.
Aktuell sind wir im Osten Ungarns, kurz vor der rumänischen Grenze bei einer Freundin von Julia und ihrer Familie zu Besuch. Sie leben gemeinsam am Rande eines kleinen Dorfes und haben einen grossen, gemütlichen Garten. Empfangen wurden wir mit einem ungarischen Eintopfgericht, welches sie über dem Feuer gekocht haben. Die Tage verbrachten wir mit einem Besuch im Zoo in der nahe gelegenen Stadt und einem Ausflug auf einen Markt, heute geniessen wir etwas die Zeit zu Hause und ruhen uns aus. Viel gemeinsame Zeit haben wir auch beim Essen und spannenden Gesprächen verbracht, in denen wir uns und die jeweiligen Eigenheiten der verschiedenen Herkunftsländer besser kennengelernt haben. So entschieden wir uns hier drei Tage zu bleiben um mehr Zeit miteinander verbringen zu können.

Noch in Budapest besuchten wir weitere Freunde von Juli, es ist für mich immer wieder erstaunlich wie viele Menschen sie, verteilt auf der Erde kennt. Sie, ein junges Paar, wohnten gemeinsam in einer kleinen, gemütlichen Wohnung am Rande des Zentrums der Stadt. Auch mit ihnen haben wir die Zeit sehr genossen und verbrachten zwei Abende gemeinsam mit Essen und Gesprächen über Gott und die Welt. Einen Abend verbrachten wir zu sechst mit einem befreundeten Paar und lauschten gespannt den Auswanderungsplänen des Pärchens nach New York. Ebenso spannend waren die Erfahrungen der Freundin, welche einige Zeit als Model in Ungarn, Europa und Asien gearbeitet hatte. Sie erzählte von einem anstrengenden Beruf in einem nicht immer gesunden Umfeld. Mit langen Tagen und viel stehen und auch Veranstaltungen, an welchen sie und andere Models wohl vor allem als Dekoration eingeladen wurden. Gerade für sehr junge Frauen, meinte sie, könne dies eine „verkehrte“ Vorstellung der Welt produzieren. Sie selber finanzierte sich dadurch ihr Leben und Reisen während ihrem Journalismus-Studium und konzentrierte sich nach dem Abschluss darauf und verliess die Modebranche.

Zwischen Budapest und dem kleinen Dorf im Osten waren die Tage vor allem von viel Schwitzen geprägt. So versuchten wir am Abend immer wieder einen Ort mit Zugang zu Wasser zu finden, was leider die letzten Tage nicht möglich war. So transportierten wir jeweils etwas mehr Wasser mit uns mit um uns am Abend etwas waschen zu können.
In der Region um Miskolc befindet sich der Bükki Nemzeti Nationalpark. Er liegt in den Hügeln und scheint vor allem auch für die unzähligen Höhlen bekannt zu sein. Für uns bedeutete das nach einiger Zeit wieder ein Auf und Ab bewältigen zu müssen. Kurz bevor wir ankamen hatte es noch geregnet und so erwartete uns ein feuchtwarmes Klima in den Hügeln.
Wir hatten auf der Karte einen Ort angepeilt, welcher für uns sehr vielversprechend erschien um wildzuzelten. Laut Karte sollte es dort zu unserer Freude eine Quelle geben. Der Platz war viel besser als erwartet, nicht nur fanden wir eine Quelle mit frischem Wasser, ok es war nur ein Rinnsal und nicht zum Duschen geeignet, sondern auch einen gedeckten Unterstand, der zum Übernachten im Freien einlud. Ganz in der Nähe fanden wir dann auch eine Toilette, oder zumindest etwas in der Art.
Nach einer gemütlichen Nacht im Park fuhren wir weiter nach Miskolc. Nach einer kurzen Recherche hatte ich herausgefunden, dass es dort spezielle Höhlenbäder geben soll. Der Nationalpark selber war voll von Höhlen und die ersten Meter wagten wir uns dann auch in eine hinein. Wir waren sehr überrascht dass wir, kaum waren wir drin, ca. 5 Meter hätten absteigen können. Auf den rutschigen Leitern verliess uns schnell der Mut und wir kehrten ans Tageslicht zurück.
Die Bäder in Miskolc am Abend übertrafen dann unsere Erwartungen. Bildern im Internet ist ja immer wieder schwer zu trauen und so dachte ich, wird es wohl eine kleine Höhle mit etwas Wasser haben. Dass wir dann einen kleinen Komplex von Höhlen fanden mit zwei Bädern im Innern überraschte uns dann doch sehr. Staunend streifte ich mehr als einmal durch die Höhlen und konnte kaum satt werden, wirklich ein gelungener Abschluss des Tages.

Erschwert wurde unser unterwegs sein einzig durch immer wieder auftauchende Radfahrverbotsschilder, die es untersagten auf der markierten Strecke unterwegs zu sein. Für uns war es unvorhersehbar welche Strassen nun befahren werden durften und welche nicht. Es konnten grosse aber auch sehr kleine Strassen davon betroffen sein und so umgingen wir die genannten Strecken mal, mal haben wir uns dem Verbot widersetzt, da es schlicht keine Alternative gab sonst an den gewünschten Ort zu kommen. Die einzigen Strassen, welche nie markiert waren, waren die Autobahnen…

Nun neigt sich unsere Zeit in Ungarn schon wieder dem Ende zu und wir sind gespannt was uns in Rumänien erwartet. Hier zum Abschluss noch einmal vielen, vielen Dank an alle die gastfreundlichen Menschen, die uns aufgenommen haben!

 

 

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