Wir sind in Budapest angekommen und es fühlt sich an als wären wir schon lange unterwegs.  Trotz der Langsamkeit des Radfahrens gehen die Dinge viel zu schnell an uns vorbei, vielleicht sollten wir das Rad zwischendurch mehr schieben…

Vor zwei Wochen sind wir aus Salzburg weiter gefahren nach Linz und somit an einen ersten herbeigesehnten Abschnitt, dem Donauradweg. Herbeigesehnt vor allem, weil der Radweg bis Budapest praktisch flach ist. Nach den ersten Hügeln tat es gut einfach etwas geradeaus zu fahren und die Zeit zu geniessen. Auch unsere Beine waren für diesen ersten Wechsel froh.
Immer wieder waren wir überrascht, wie abwechslungsreich sich der Radweg gestaltet. Mal flach und weit, dann zwischen Hügeln oder in sattem Wald, mal führt er durch kleine hübsche Dörfer oder eine grosse Stadt. Nach Österreich waren wir auf der slowakischen Seite der Donau unterwegs. Nun gingen die gut geteerten Strassen immer mal wieder in Schotterpisten über. Aber immerhin gut gemäht waren sie. Langweilig wurde es uns auf jeden Fall nicht. Auch sind auf dieser Strecke noch einige Radfahrer unterwegs und so begegnet man immer wieder unterschiedlichen Leuten. So wie das eine Mal als wir an einem Schweizer vorbei gefahren sind, welcher gerade mit seinem ausklappbaren Alphorn an der Donau Musik machte.

Übernachtet haben wir oft im Zelt direkt an der Donau. Wir hatten gehört, dass es kaum jemanden stört, wenn wir am Radweg wildzelten würden. Ganz sicher waren wir dann doch nicht und versuchten einen Bauern zu fragen, als wir uns am einen Abend schwer taten einen Platz zu finden. Der Bauernhof schien jedoch keinen Eingang zu haben und so schlichen wir durch die Scheune in den Innenhof. Plötzlich öffnete sich ein Dachfenster und ein lustiger Mann begrüsste uns freundlich. Er versicherte uns, dass die meisten Radfahrer einfach vorne an der Donau zelten würden. Dort fanden wir dann auch ein wunderschön gemähtes Stück vor und beim Hinspazieren kamen wir auch mit dem älteren Ehepaar ins Gespräch, welches das Stück, als Hobby, schön machen und pflegen. Wir sollten doch dort zelten!
Andere Male fanden wir auch hübsche versteckte Plätze und konnten so wunderbar ungestört in der Donau baden und die Zeit geniessen.
Gerade das Baden war an einigen Tagen wunderbar. Nach etwas mehr als zwei Tagen im Regen begrüsste uns die Sonne mit sommerlichen Temperaturen wieder. Super so unterwegs zu sein, wenn auch etwas schweisstreibend.

In Wien verbrachten wir drei Tage um die Stadt unsicher zu machen und unsere müden Beine zu entspannen. Beim Bruder einer Freundin von Juli kamen wir diese Tage unter. Vielen Dank Alex an dieser Stelle für das Bett, die spannenden Gespräche und auch die Küche. Mit unseren zwei Töpfen und dem Benzinkocher versuchen wir immer wieder kreativ zu sein und Abwechslung in unseren Essensalltag zu bringen, aber Pizza hätte dann doch unsere Möglichkeiten überstiegen. Gefreut haben wir uns auch, konnten wir selber uns Sirup für den weiteren Weg machen. Kurz vor Wien sammelten wir dazu einige Stauden Holunderblüten, legten sie in Wasser ein und konnten so einen leckeren Holunderblütensirup brauen.

Mit Marek verbrachten wir einen Abend in Bratislava. Er nahm uns über Warmshowers für eine Nacht auf und zeigte uns die Stadt, danke auch ihm. Von Bratislava hatte ich (Sam) nicht wirklich ein Bild. Die Altstadt hat mich sehr überrascht mit ihren wunderschönen Gassen und kleinen Cafés. Die Überlegung war nahe, noch eine Nacht zu bleiben und doch zog es uns weiter, da wir in Budapest ja wieder etwas mehr Zeit verbringen wollten. So stellte sich doch ganz kurz die Frage: haben wir einen Zeitplan? Müssen wir unbedingt weiter? Wie möchten wir vorwärts kommen und wie viel Zeit an einem Ort verbringen? Die Fragen werden uns wohl immer mal wieder begleiten und sind auch nicht abschliessend beantwortet. Im Moment gibt es noch relativ schnelle Wechsel und alle paar Tage wartet eine spannende Stadt auf uns, was das Gefühl vermutlich noch etwas verstärkt, dass wir trotz den Rädern schnell unterwegs sind…

2 thoughts on “Über Beton, Stock und Stein auf dem Donauradweg”

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