Immer wieder wurde ich unterwegs von den Menschen angesprochen und gefragt, wie viele Bären ich bereits gesehen habe. Auch ist mir bereits ein Radfahrer begegnet, welcher auf die Strecke Richtung Alaska verzichtet hat, aus den Befürchtungen heraus, er könnte Probleme mit Bären bekommen. Erstaunt hat mich dabei, dass es ein Kanadier war, welcher sich, so meine Vorstellung doch Bären gewöhnt sein sollte.
Nach etwa 4 Monaten im Bärenland habe ich einiges zu sicherem Umgang, sowie Tipps und Tricks gehört. An dieser Stelle möchte ich eine kurze Übersicht geben und dazu ermuntern vorsichtig, aber nicht zu ängstlich dem Thema zu begegnen.
Nach der ganzen Zeit erscheint es mir, als seine Bären zwar immer wieder zugegen, aber dennoch sehr scheu und darauf bedacht, dem Menschen nicht zu begegnen. Auch werden, gerade in Kanada auf ausgewiesenen Wanderwegen (Backcountry Hicking) und in Parks, viele Anstrengungen unternommen, um die Bären vor den Menschen und die Menschen vor Bären zu schützen.

Zuerst einige Links zum Thema Bärensicherheit, die meisten sind auf Englisch:
Offizielle Seite von Parks Canada
Die Seite der Parks in Britisch Kolumbien
Infos auf der Seite des Yellowstone Nationalparks
Infos auf Deutsch der Regierung von Alaska
Und die Broschüre der Regierung von Alaska
Eine Broschüre der Yukon Provinz
Zuletzt eine Broschüre der Parks Alaska die mir sehr gut gefallen hat

Etwas ausführlich, lehrreich und auch witzig anzuschauen sind die Videos der Backcountry Einführung des Denali Nationalparks.
Chapter 1: Backcountry Orientation
Chapter 2: Preparing for the Backcountry
Chapter 3: Hiking in the Backcountry
Chapter 4: Camping in the Backcountry
Chapter 5: Animal Safety and Behavior

Aus eigener Erfahrung hat es sich vor allem bewährt das Essen immer ausserhalb des Zeltes an einem sicheren Ort auf zu bewahren. Je nach Region ein gar nicht so simples unterfangen. Sehr gut geeignet sind oft Brücken. Sie sind einfach zugänglich und die Taschen lassen sich einfach von Oben herunter hängen, viel entspannter als einen Baum hoch ziehen. Auch Mülltonnen eignen sich hervorragend zum Verstecken der Esswaren. In Alaska und Kanada auf den Rest Areas aber auch oft auf Campingplätzen befanden sich die bärensicheren Mülleimer, welche einfach von hinten geöffnet werden können. Aber Vorsicht mindestens einmal haben die Müllmänner fast meine Radtasche mit dem Essen mitgenommen. Einige Bilder zur Ilustration:

Spannend zum Thema Bärensicherheit waren auch der Elektrozaun in Lake Louise, recht ungewohnt so eingesperrt zu sein. Sowie einige Hinweisschilder.

Zu guter letzt die Antwort auf die Frage, wie viele Bären ich gesehen habe. Nach all den Warnungen und Hinweisen, erschien es mir doch schon etwas seltsam, dass ich in meiner ganzen Zeit kaum Bären zu Gesicht bekommen habe. 3 Stück habe ich auf der Strasse gesehen und nur einer davon konnte ich klar erkennen da er etwa 200 Meter vor mir die Strasse überquert hatte. Nur eine Begegnung war unangenehm, auf der Wanderung am Mount Robson, als ich am Morgen erwachte und beim Blick aus dem Zelt 4 Meter neben mir einen Schwarzbären beim Wurzel ausgraben sah. Etwas Zeit bleibt mir ja noch bis ich endgültig wohl keine Bären mehr sehen werde und ich hoffe diese, wenn dann mit angenehmen Bärbegegnungen beenden zu können.

 

Als Ergänzung: Viel gefährlicher, wenn es ums Essen klauen geht sind die Eichhörnchen! Diese sind mir sehr oft begegnet und haben auch immer mal wieder Essen abgeschleppt. Viel mehr als Bären.

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