Auf der Strecke Richtung Jasper Nationalpark wurden die Berge immer höher und höher, eine beeindruckende Kulisse. Hübsch, aber auch schade zu sehen waren die vielen braunen Tannen, welche zwischen den grünen standen. Was wie herbstliche Bäume aussah, waren in Wirklichkeit tote Tannen, zerstört von einem Baumkäfer, der hier wütet und so auch Brennholz für die vielen Waldbrände liefert.

Jasper selber ist ein kleiner Ort mit überschaubarem Zentrum. Nach unseren Tagen in Clearwater waren wir hier nun in einer klaren Touristenregion angekommen. Aneinander reihen sich Gift Shops und Restaurants. Das lokale indische Restaurant machte uns am meisten an, um meinen Geburtstag noch mit einem Essen nach zu feiern. Nicht unbedingt kanadisches Essen, aber auf jeden Fall sehr lecker, mit der freien Auswahl an einem grosszügigen Buffet. Wobei hier noch angemerkt werden soll, dass die kanadische Gesellschaft aus einer sehr zusammengewürfelten Menge von Menschen ganz unterschiedlicher Kulturen besteht. Welche, so haben uns zumindest eine Familie mit iranischem und tschechischem Hintergrund gesagt, sehr friedlich zusammen leben und sich gegenseitig akzeptieren.

Neben Mount Robson ist auch Jasper ein Ziel vieler enthusiastischer Wanderer, was die einzelnen Treks zu sehr begehrten Zielen macht und im Normalfall schon Monate im Voraus gebucht werden müssen. Dieses Mal entschieden wir uns für eine scheinbar unbekanntere und weniger begangene Route, den Fiddle River Trail. Eine Strecke, welche ausserhalb des Nationalparks beginnt und an den Miete Hot Springs endet. Unsere Wahl viel vor allem auch wegen der Heissen Quellen auf diesen Trail.
Um hin zu kommen trampten wir die 120 Kilometer nach Cadomin. Am ersten Camping gleich beim Ort verbrachten wir unsere erste Nacht und übten uns wieder im Fischen. Fast hätte ich einen erwischt, er war schon am Hacken und schlüpfte davon. Es kam starker Regen auf und wir brachen unseren Versuch wieder ab.
Der Folgetag war ziemlich anstrengend, das Wetter hatte sich zwar verbessert, doch die Spuren des Regens machten sich klar auf dem Weg bemerkbar. Wir fanden auch schnell heraus, dass dieser Trail scheinbar ein beliebtes Ziel für Reiter war, somit „zerstörten“ die Pferde und der Regen die Wanderwege und liessen sie immer wieder zu sumpfigen und hügeligen Pfaden werden. Die zweite Nacht verbrachten wir am Fiddle Pass. Den Campingspot mussten wir zuerst suchen, war er doch auf den Open Street Maps an einem anderen Ort verzeichnet. Zuletzt erreichten wir ihn aber und waren froh angekommen zu sein. Der Platz war ein wunderschöner Ort im Wald kurz vor der Passhöhe und dem Eingang in den Jasper Nationalpark. Lange sassen wir noch am Feuer und liessen den Tag ausklingen.
Die nächsten Tage führten uns durch ein langes Tal. Ich war etwas enttäuscht, da der Fiddle River komplett ausgetrocknet schien und auch von den Bergen um uns herum nicht viel zu sehen war. Belohnt wurden wir jedoch wieder bei unserer Ankunft an den Miete Hot Springs, die zwar wie vieles in Jasper recht überlaufen, aber dafür wirklich schön warm waren. So teilten wir die zwei Becken, mit vielen anderen Reisenden bis in die Nacht hinein und genossen das warme Bad nach den anstrengenden Wandertagen, bevor wir uns auf den weiteren Weg auf dem Icefields Parkway machten.

 

 

 

 

 

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