Unsere Reise führte uns weiter Richtung Norden und Osten den Rocky Mountains entgegen. Die noch eher hügelige Landschaft wurde immer mehr von Bergen abgelöst. Nach zweieinhalb Radtagen und wildzelten erreichten wir den Mount Robson Provincial Park. Zuvor zelteten wir unter einer Brücke, versuchten vergeblich zu Fischen und hofften in Valemount auf etwas Süsses in der Swiss Backery, welche aber leider geschlossen hatte. Unsere Tage gestalteten sich somit gemütlich und ohne grosse Ereignisse.
Auf der kurzen Strecke zwischen Valemount und Mount Robson, liess ich mir Zeit und besuchte einen Wasserfall, der gleich am Highway lag. In Mount Robson angekommen, wartete Juli schon auf mich und gab mit Bescheid, dass man die Wanderungen am Mount Robson bis zu einem Jahr im Voraus hätte buchen und reservieren müssen. Unser grosses Glück war eine Stornierung, welche uns einen Platz auf dem Berg Lake Campground für zwei Nächte ermöglichte. Wir hatten uns in Valemount schon so darauf gefreut und auch vorbeireitet, nun hier drei Tage mit Wandern verbringen zu können. Auch hatten wir schon den Tip bekommen, dass der Mount Robson wirklich wunderschön sein müsse.In den drei Folgetagen wurden wir auch überhaupt nicht enttäuscht. Da das Wetter perfekt mitspielte (was angeblich auch nicht oft vorkomme, vielmehr sei der Berg immer mal wieder in Wolken gehüllt) konnten wir unsere Wanderung bei klarem, heissem Wetter und viel Sonnenschein geniessen. Die Natur und uns gebotenen Bilder waren immer wieder unbeschreiblich schön und spektakulär. Die unterschiedlichen Gletscher schmiegten sich an die verschiedenen Seiten des Berges und suchten ihren Weg nach unten. Die Campings mussten vorreserviert werden, da der Park nur begrenzten und stark regulierten Platz bietet. So hatte unser Spot 22 Campingpads und es war auch nur erlaubt auf diesen Pads das Zelt auf zu stellen. Etwas schade für Leute die spontan kommen möchten, dafür aber vermutlich besser für die Natur und deren Schutz.Am dritten Tag erwachte ich bereits um 6 Uhr in der Früh und war noch etwa groggy als Julia mich plötzlich mit grossen Augen anschaute und sagte, dass vor dem Zelt ein Bär sei. Ich hatte auch etwas gehört glaubte aber, dass es die ersten Wanderer seien, die auf dem Kiesweg an unserem Zelt vorbei gelaufen waren. Langsam öffnete Juli das Zelt und wir schauten hinaus. Ca. 4 Meter von uns entfernt sass ein Schwarzbär und war gerade dabei einen alten Baumstrunk aus zu graben. Da staunte ich nicht schlecht und mein erster Gedanke war, wo ist meine Kamera… naja die war draussen im Rucksack verstaut gleich neben dem Bär… wie doof… Juli schaute mich nur entgeistert an und meinte dort sei auch der Bärenspray drin… wie es sein sollte allzeit griffbereit. Als wir begannen lauter zu reden, bekam uns endlich auch der Bär mit, drehte sich um und verschwand im Unterholz.
Etwas aufgeschreckt und erheitert starteten wir unseren letzten Tag im Park und begannen unsere Rückreise an zu treten. Auf dem Zeltplatz ausserhalb des regulierten Parkabschnitts erwartete uns unsere nächste Überraschung. Recht Müde watschelten wir durch den Eingang und sahen dort ein Zettel hängen. Bei genauerem betrachten, sahen wir unsere zwei Namen darauf geschrieben. Jenny Jen war wieder aus Kamloops angereist und hatte auf uns auf dem Camping gewartet, was für eine freudige Überraschung. Wir genossen so unseren wohl aller letzten gemeinsamen Abend und verabschiedeten uns am Tag darauf, um unsere Reise Richtung Jasper fort zu setzen.

 

 

 

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