In Prince George verbrachten wir zweieinhalb Tage um uns aus zu ruhen, unsere Vorräte auf zu füllen und einfach die Zeit zu geniessen. Wir übernachteten in einem kleinen sehr einfachen und gemütlichen Hostel mitten in der Stadt. Das Timing war nicht schlecht da wir, als wir dort angekommen sind, bemerkt haben, dass der 1. Juli in Kanada ein Feiertag ist und zwar der Canada Day, sozusagen der Geburtstag von Kanada. So gab es kleine Festivitäten in der Stadt, direkt am Fluss mit einigen Essensständen und Konzerten am Abend in der Innenstadt. Es war schön zu sehen, wie sich alle möglichen verschiedenen Menschen versammelten und zusammen den Abend genossen. Eine ziemlich bunt gemischte Truppe, aus allen Altersklassen und Herkunftsländern, wie es schien.

Der Sommer hat definitiv Einzug gehalten und so genossen wir, nach unseren Pausentagen ein gutes Vorwärtskommen bei viel Sonnenschein. Einzig an einem Tag überraschte uns ein kürzeres, aber recht heftiges Gewitter. So kamen wir am einen Abend, recht durchnässt auf einem kleinen freien Camping an einem See an. Wir hofften auf einen Unterstand, jedoch gab es dort neben einem coladosenförmigen Plumpsklo, keine Infrastruktur. Kaum waren wir angekommen, kam ein junger Mann mit einem grossen Sonnenschirm auf uns zu. Er lud uns zu sich und seinen Freunden ein, um uns unter einem Dach vor dem Regen zu retten. Es waren zwei kleine sehr liebevolle Familien, welche aus zwei unterschiedlichen Orten in der Mitte beim kleinen See trafen, um gemeinsam das lange Wochenende zu geniessen. So sassen wir bei ihnen und genossen den, dann doch noch trockenen Abend zusammen am Feuer. Sie waren sehr gastfreundlich und hätten uns auch zum Grillieren eingeladen, wenn wir nicht schon gegessen hätten.

Am nächsten Morgen setzten wir unseren Weg fort und wollten in Quesnel nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen, um einige kleineren Dinge ein zu kaufen. Diesmal fuhr ich mir einen platten Reifen ein und wollte diesen reparieren, was nun mit doch schon etwas Übung auch gut gelang. Als ich die Achse wieder mit einer Mutter anziehen wollte, brach diese mir beim Gewinde in zwei. Ich wusste bereits beim Klang, als die Stange zerbrach, dass ich nun wohl nicht mehr weiter fahren werde an diesem Tag. Den Fahrradladen, welchen wir gesehen hatten, machte erst wieder am Folgetag auf und in einem anderen Shop war es wohl unmöglich eine neue Achse zu bekommen. Wir machten den Versuch noch in einem grossen Auto und Outdoorladen und setzten uns danach leicht betrübt, mit einem Cola vor eine Tankstelle. So einen richtigen Plan hatten wir nicht. Es gab nur einen Campingplatz etwa 3 Kilometer von uns entfernt und wir mussten am nächsten Tag wieder ein rechtes Stück zurück in die Stadt kommen. Somit etwas planlos sprach ich einen Vater, mit seinem Sohn an, welche beide mit dem Rad unterwegs waren. Ich fragte sie nach einem Fahrradgeschäft, vielleicht gäbe es ja noch eine Möglichkeit. Nach einem kurzen Gespräch schlug er mir vor, mich am nächsten Tag zum Radmechaniker zu fahren und noch einen Moment später lud er uns ein, auf seinem Rasen zu übernachten, der Camping sei doch recht teuer hier in der Stadt. So genossen wir den Abend bei lustigen Gesprächen und einiges an Wein in einer portugiesisch kanadischen Familie. Wir waren gerührt von der Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, die uns nun schon das zweite Mal begegnete. Danke viel Mal!

Am Folgetag bekam ich ohne Probleme die neue Achse und so ging die Reise weiter. Nun begann die Sonne uns ziemlich zu brutzeln. Wie schon die Kälte in Alaska, war die starke Hitze recht unangenehm. Selbst mit viel Wasser zehrte sie an den Kräften. Wir entschieden uns zweimal für einen Camping am Wasser, wobei der zweite am Lac la Hache uns wirklich überzeugte. Ein gemütlicher Platz um eine Pause ein zu legen, direkt am Wasser bei wunderbarem Sonnenschein, Perfekt.

Bereits beim See wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass in der Nähe ein Waldbrand ausgebrochen sei, jedoch mit der Info, solange wir nach Süden fahren alles in Ordnung sei. In 70 Mile House machten wir einen Zwischenstopp, auf der Wiese hinter einem etwas heruntergekommenen Motel und stellten am nächsten Tag fest, dass nicht nur in 100 Mile House ein Feuer ausgebrochen war, sondern auch an einigen anderen Orten, unter anderem vor uns. Wir entschieden uns noch bis Clinton weiter zu fahren und zu sehen, ob die Strasse weiter geöffnet sei oder nicht. Dort blieben wir dann aber stecken. Immerhin sassen wir in einem hübschen kleinen Café. Einige Anwohner, darunter eine lokale Polizistin empfahlen uns nicht weiter zu fahren, da das Feuer direkt vor uns die Strasse unpassierbar gemacht hatte. Glück im Unglück hatten wir damit, dass uns eine liebe Frau aus dem kleinen Ort bei sich und ihrem Mann aufnahm und uns ihr Gästezimmer anbot. Sie nahmen auch eine zweite Frau bei sich auf, welche im Dorf gestrandet war. So trafen wir uns zusammen zum Nachtessen und genossen den Abend sehr. Unglaublich war aber dann, dass uns die weitere Gestrandete in ihrem witzigen Dodge Ram, Jahrgang 1988 (für 1000 kanadische Dollar) mit bis nach Kamloops nahm. Am Ende sassen wir, nach einem wunderbaren Tag in Kamloops am Wasser, einem gemeinsamen Barbecue und einem Konzert im Stadtpark zusammen im Garten und genossen die letzten Stunden des Abends.

 

 

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