Wenn die Sonne hervorscheint, sind die Gerüche intensiv, gerade nach dem Regen der uns die ersten Tage nach der Ankunft in Prince Rupert begrüsst hat. Die Natur wirkt hier grün, satt und kräftig. Es tut gut nach dem kargen, nördlichen Teil nun wieder in die sprühende Natur zu kommen. Auffallend ist auch, dass wir nun nach 6 Wochen unterwegs sein wieder dunkle Nächte haben und unsere Stirnlampen gebrauchten.

Wir waren nun in den letzten zwei Wochen auf der Strecke zwischen Prince Rupert und Prince George in Britisch Kolumbien unterwegs. Eine zu Beginn spannende und abwechslungsreiche Strecke, die jedoch gerade nach Smithers den Reiz verliert. Der Verkehr wurde immer stärker und wir mussten uns zunehmend konzentrieren und die grossen Trucks und sonstigen Autofahrer im Blick haben. Es scheint hier eine grosse Holzindustrie zu geben. Täglich donnerten duzende Trucks beladen mit grossen Baumstämmen an uns vorbei. Einige hatten Holzschnitzel geladen und rochen wunderbar nach Holz und Harz.

Wir haben nun oft auf Rest Areas übernachtet, dies ist zwar laut den Schildern verboten, wird aber trotzdem von einigen Reisenden, gerade mit dem Auto oft gemacht. Für uns bieten sie allen nötigen Komfort den wir brauchen. Sie haben eine Toilette, Tische, und Abfalleimer. Gerade letzteres ist sehr praktisch, da wir in den Eimern unser Essen vor den Bären verstecken können. Nun endlich sahen wir auch unseren ersten Bär auf der Strasse, Nati war so überrascht, dass sie ihn gleich erschreckte und er kaum hatte er uns bemerkt davon rannte.

Kurz vor dem Pausentag in Smithers legten wir einen langen Radtag ein und kamen erschöpft in Moricetown an. Der erste Teil wirkte verlassen und ausgestorben, etwas mulmig war uns da schon zumute. Im scheinbar neueren Teil kamen wir auf dem erwarteten RV Park an, der aber wegen Renovationsarbeiten geschlossen war. Etwas enttäuscht wollten wir gerade umkehren und weiter nach einem Schlafplatz ausschau halten, als eine ältere Frau aus dem Office Gebäude heraus kam. Sie fragte ob wir einen Schlafplatz suchen und lud uns gleich auf den RV Park ein. Sie sei zwar nicht für diesen verantwortlich, sondern wohne nur hier, da es kein anderes freies Haus in Moricetown für sie gegeben habe und sie zum Arbeiten hergekommen sei.  Moricetown ist ein Dorf der First Nation People, der Ureinwohner Kanadas und sie die Kommunikations-verantwortliche für die Community. Wir haben uns sofort angefreundet gemeinsam das Nachtessen genossen und noch lange miteinander über Gott und die Welt gesprochen. Wirklich ein wunderbarer Abend.

Nach den ersten regnerischen Tagen begrüsste uns die Sonne immer mehr und es wurde ziemlich warm. Wir genossen das Wetter und merkten, dass nun Wasser wieder wichtiger wurde. Noch in Alaska kamen wir gut mit 3 Litern pro Tag und Person aus, nun brauchten wir fast das Doppelte. Um nicht immer aus Flüssen mit dem Filter abpumpen zu müssen fingen wir an in Restaurants nach Wasser zu fragen. Bis auf einmal waren die Menschen auch sehr hilfsbereit und Wasser zu bekommen stellte kein Problem dar. An einem Tag wurde dies jedoch etwas schwieriger als wir in einer grossen, bekannten, amerikanischen Sandwich-Kette nach Wasser fragten. Die gute Frau meinte, dass es ihr nicht erlaubt sei unsere Flaschen am Hahn zu füllen, was wir schulter zuckend zur Kenntniss nahmen. Sie begann dann jedoch lange zu überlegen und aus zu führen, wo wir wohl Wasser bekämen (z.B. in einer grossen Wasserabfüllfabrik) füllte uns dann auf Nachfrage eine Flasche auf und mit dem zunehmend, scheinbar schlechten Gewissen auch noch eine zweite. Vier Flaschen waren dann wohl wieder zu viel (den Hahn lies sie immer laufen und ziemlich viel Wasser ging daneben). Ziemlich perplex und irritiert von ihrem Verhalten

verliessen wir den Laden wieder, gerade an der Tankstelle zuvor, wollten uns Leute noch Wasser kaufen und hier schien das wohl eine schwere Aufgabe zu sein.

Kurz vor unserem Etappenende in Prince George, entdeckten wir dann noch etwas witziges auf unserem Weg. Bei einem allein stehenden Haus am Highway, stand ein kleiner Wohnwagen mit der Aufschrift Eisverkäufer. Eine lustige ältere Frau sass darin und verkaufte wunderbares, leckeres Eis. Perfekt für einen heissen, sonnigen Tag. Na dann Willkommen im Sommer.

 

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