Etwas vorweg… es war nicht unser Tag, wir haben uns wirklich Mühe gegeben, aber es wollte einfach nicht so klappen wie wir geplant und uns erhofft haben…

Geplant war eine Zweitageswanderung im Denali Nationalpark. Eine Spezialität des Denali ist, dass es relativ einfach möglich ist einen Backcountry Hike zu unternehmen. Eigentlich ermuntern sie die Leute hier auch dazu, eine Karte in die Hand zu nehmen ein Gebiet und Route zu suchen und los zu laufen. Alles was es dazu braucht, ist eine Erlaubnis der Rangers…

Hmm Zweitageswanderung irgendwo in der freien Natur, tönt super machen wir, dachten wir uns. Mit Hilfe des Internets und Karten war es einigermassen einfach möglich eine Route ausfindig zu machen die, zumindest auf dem Papier nach Distanz und Höhenmeter gut machbar zu sein schien. Wir packten alle wichtigen Dinge zusammen, die man so für eine Zweitageswanderung benötigt, sozusagen unterwegs sein mal ohne Rad und fragten beim Hostel nach, ob wir unsere Sachen so lange bei ihnen einstellen können.

Wie es sich gehört machten wir uns früh auf, um 5:30 am Morgen schleppten wir uns aus dem Bett und machten uns mit dem Hostelshuttel eine Stunde später auf, Richtung Nationalpark. Schlauerweise machten wir uns zuerst schlau, wann die Busse in den Park abfahren. Der Denali Nationalpark ist, anders als andere Nationalparks in den USA nur sehr begrenzt mit dem Privatfahrzeug befahrbar (nur die ersten 15 Meilen). Für den Rest, gibt es ein Bussystem, welches einem an die verschiedenen Punkte befördert. Es gibt auch nur eine einzige Strasse im Nationalpark, welche ca 100 Meilen weit in den Park hinein führt.
Die nette Kassierin meinte, dass alle 30 Minuten ein Shuttel fahren würde. OK dachten wir, dann müssen wir uns ja nicht weiter darum kümmern. Ein zweiter Schritt war die Backcountry Permit zu bekommen. Diese bei den Rangern des Parks. Es war Morgens um 7 aber es war niemand im Office. Die nette Kassiererin meinte nach einer Kurzen Konsultation des Internets, dass diese erst um 9:00 Uhr kommen würden. Naja super zwei Stunden warten, was solls, es soll ja nur 30 Minuten brauchen die Bewilligung zu bekommen, dann sind wir immer noch früh genug unterwegs.

…zwei Stunden Später standen wir bei den Rangern und versuchten, neben den administrativen Fragen zu uns, heraus zu finden, ob unsere gewählte Route so machbar wäre. Mit etwas überlegen meinten sie ja, etwas buschig vielleicht aber machbar…
Sie schickten uns in ein Zimmer um einen 30 minütigen Infofilm zu schauen, der tatsächlich einige spannende Infos enthielt und es gab ein Gespräch zur Sicherheit im Park. OK ca eineinhalb Stunden später standen wir wieder bei der netten Kassiererin um ein Tickte für den Bus zu bekommen, um dann zu erfahren, dass unser Bus gerade abgefahren sei und der nächste wieder in zwei Stunde fahren würde… Hmm OK naja dann wären wir um 13 Uhr am Ort um unsere Wanderung zu starten. Was solls wir sind sportlich und schaffen das auch am Nachmittag, sind ja nur etwa 10 Meilen zu laufen und es ist immer hell, da die Sonne kaum mehr untergeht.

Gesagt getan, so starteten wir um 13 Uhr unsere Reise in den Busch…
Buschig dachten wir, das kann nicht so schlimm sein, was wir dann jedoch gefunden haben, war dann doch nur schwer passierbar. Wir versuchten uns quer Richtung Fluss hindurch zu schlagen und kamen kaum vorwärts. Immer wieder mussten wir einen Weg durchs unwegsame Gelände suchen. Nach etwa einer Stunde und mehr oder weniger 1 Meile Weg, den wir zurück gelegt haben, kamen wir zu unserem angepeilten Fluss, welchem wir, so haben wir gehofft folgen könnten. Der Fluss stellte sich jedoch als Wasserlabyrinth im Buschwerk heraus. Es schien unmöglich diesen zu überqueren oder ihm weiter ins höhere Gelände zu folgen. Wir nahmen die Karte hervor und suchten eine alternative Route. Statt durch die Berge, am Rande um sie herum schien uns eine gute Lösung. Weiter ging die Reise. Nach einer weiteren Stunde oder fast zwei erreichten wir einen weiteren Flussarm, der ebenfalls ein Bachlabyrinth und so einigermassen gut zu überqueren war. Die Bieber hatten einen grossen Damm gebaut, der unserem Gewicht stand hielt und uns den Weg auf die andere Seite ermöglichte.
Weitere ein oder eineinhalb Stunden später kamen wir zum zweiten Bachlabyrinth. Die Bieberdamm Methode schien hier nicht so recht zu funktionieren, da der Damm zu unstabil schien. Es hatte aber nach dem Damm ein Schnee Eisfeld, dass wir überqueren konnten. Weiter ging die Reise. Wichtig zu erwähnen ist, dass wir auf unserem ganzen Weg immer wieder dichtes Buschwerk durchqueren mussten, welches ab und an auch höher als wir selber war. Wenn wir nicht gerade Büsche überwinden mussten war der Untergrund weich wie ein Schwamm. Es war als würde man auf weichem Schnee stapfen oder eben auf einem überdimensionalen Schwamm.

Nach etwa fünf Stunden schwanden die Kräfte langsam. Wir gaben es auf, den grossen Fluss noch zu erreichen und begannen zu überlegen, wo wir einen Ort finden könnten um unser Zelt auf zu stellen. Auf dem überdimensionalen Schwamm schien das nicht möglich, zu weich zu uneben. Wir entschlossen uns um etwa 18 Uhr, müde und mit langsam blanken Nerven, das Nachtessen zu kochen und danach weiter zu suchen. Immer wieder setzte leichter Nieselregen ein, der aber zum Glück nie richtig störend war. Auf einer Ebene begegnete uns plötzlich ein einsamer Elch. Er oder eher sie beäugte uns eine Weile und verschwand dann wieder. Ein seltsamer Moment. Das Nachtessen gab etwas Kraft zurück und wir machten uns weiter auf der Suche nach einem Platz. Kurze Zeit später entdeckten wir eine kleine feste, flache Fläche um unser Camp auf zu schlagen. Es schien uns der erste Moment auf unserer Wanderung, in welchem wir wirklich Glück hatten…

Der nächste Tag begann gemütlich. Das Wetter schien etwas besser und wir wollten uns nur noch zurück zur Strasse durch schlagen. Wir rechneten mit einer weiteren Stunde einer Busch Odyssee, kamen aber nach relativ kurzer Zeit an. Am Savage River begaben wir uns auf einen  der wenigen, vorgegebenen Trails (die einzigen in dem Sinne Wanderwege im Nationalpark) und genossen das gemütliche vorwärts kommen auf den vorbereiteten Wegen. Wir kamen immer höher in die Hügel und wurden am zweiten Tag mit einer wunderschönen Aussicht belohnt. Diese Bilder findet ihr in der Denali Galerie.

…von der Natur verschluckt und wieder ausgespuckt… ist mir nach unserer Denali Erfahrung in den Sinn gekommen…

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